Die Kollegiatinnen und Kollegiaten der Förderphase 2008 - 2012
 
 
 
Name
 Telefon E-Mail
Dipl.- Pflegewirtin (FH) Gerda Apelt (030) 450 52 91 88 gerda.apelt@charite.de
Dipl.- Pflegewirtin (FH) Anja Behr
(030) 450 52 91 85
anja.behr@charite.de
Dipl. - Psych. Nina Bucholtz (030) 450 55 36 66  nina.bucholtz@charite.de
Dipl.- Psych. Paul Gellert (030) 838-56737 paul.gellert@fu-berlin.de
Wolfram Herrmann, Arzt (030) 450 52 91 88 wolfram.herrmann@charite.de
Dipl.- Sportwissenschaftlerin Sonja Kalinowski (030) 450 52 91 87 sonja.kalinowski@charite.de
Dipl.- Pflegepäd. Meggi Khan-Zvornicanin (030) 25491-392 khan@wzb.eu
Dipl. - Ergotherapeut Tobias Kraft  (030) 450 52 91 85 tobias.kraft@charite.de
Dirk Peschke, M. Sc. Phys.  (030) 450 52 90 77 dirk.peschke@charite.de
Katharina Röse, Ergotherapeutin, M.Sc.
(030) 450 52 91 88
katharina-maria.roese@charite.de
Dipl. - Soz. Andrea Teti (030) 450 52 91 85  andrea.teti@charite.de
Dipl.- Pflegewirtin (FH) Ines Wulff (030) 450 52 91 87 ines.wulff@charite.de
Dipl.- Psych. Michael Zander (030) 450 52 91 85 michael.zander@charite.de

 
 
 
 


 

Adipositas in der Pflege und Versorgung alter Menschen – Pilotstudie zur Erfassung von Aufwendungen in vollstationären Pflegeeinrichtungen

Gerda Apelt, Krankenschwester, Dipl.-Pflegewirtin (FH)
 

Hintergrund und Fragestellung

Die Prävalenz der Adipositas steigt seit Jahrzehnten an und betrifft nicht nur junge, sondern vornehmlich alte Menschen. Sie verursacht inzwischen 8% der Krankheitskosten (25 Mrd. € pro Jahr) in Deutschland und generiert so hohe Kosten wie der Diabetes mellitus oder das Rauchen und mehr als die koronare Herzkrankheit (Wirth 2008). Adipositas ist längst keine zu bagatellisierende Folge- oder Begleiterkrankung mehr, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung mit epidemischem Charakter. Obwohl die wissenschaftliche Auseinandersetzung im Bereich der Adipositas im Kindes- und Erwachsenenalter prosperiert, fehlt es an weiterführender Forschung im Bereich der Pflege und Versorgung alter Menschen mit Adipositas. Das Dissertationsvorhaben setzt sich mit der Frage auseinander, welche Aufwendungen in der Pflege und Versorgung alter Menschen mit Adipositas entstehen. Im Rahmen der Pilotstudie sollen zum einen die pflegerischen Aufwendungen bei bestimmten Pflegehandlungen mittels Tätigkeitsanalyse bestimmt und verglichen werden und zum anderen die personellen, organisatorischen und instrumentellen Aufwendungen mittels leitfadengestützten Experteninterviews erfragt werden. Ziel ist die differenzierte Darlegung der unterschiedlichen Aufwendungen, die bei der Pflege adipöser Menschen höheren Alters in Langzeitpflegeeinrichtungen entstehen, sowie die Beschreibung möglicher Auswirkungen auf die Arbeitsorganisation der Pflegenden und der Versorgungsinstitutionen.

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmer/innen

Das Design der Studie besteht aus zwei methodischen Zugängen. Einem quantitativen Zugang, der durch die Methode der Tätigkeitsanalyse (direkte Beobachtung einzelner Pflegetätigkeiten inklusive Zeitmessung) charakterisiert ist und einem qualitativen Zugang innerhalb dessen Expertenbefragungen mittels leitfadengestützten Interviews durchgeführt werden. Insgesamt werden innerhalb der Gelegenheitsstichprobe 80 strukturierte Beobachtungen bei adipösen vs. normalgewichtigen Pflegeheimbewohner/innen in Berlin und bis zu 10 Experteninterviews mit den Einrichtungsleitungen durchgeführt. Im Rahmen der abschließenden Triangulation werden die subjektiven Einschätzungen und Annahmen der Experten mit den Ergebnissen der detaillierten Beobachtung konfrontiert.

Betreuung

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Prof. Dr. Vjenka Garms-Homolová, Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin
 

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Individuelle Determinanten der Lebenszufriedenheit von Pflegeheimbewohnern – der FLQM als subjektiver Indikator von Pflege- und Versorgungsqualität

Anja Behr, Krankenschwester, Dipl.-Pflegewirtin (FH)
 

Hintergrund und Fragestellungen

Qualität, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement sind seit vielen Jahren wichtige Themen in der stationären Altenpflege. Dabei stellt Qualität das Verhältnis zwischen geforderter (SOLL) und realisierter (IST) Beschaffenheit einer Dienstleistung dar. Im Sinne von Donabedian (1966) wird dabei zwischen Struktur-, Prozess-, und Ergebnisqualität unterschieden. Zur Sicherung der Prozessqualität im Bereich der Pflege erfolgen eine Hinwendung zum Prinzip der ganzheitlichen Pflege und die Anwendung von konzeptuellen Pflegemodellen (z.B. nach Roper, Ohrem oder Krohwinkel). Die Beurteilung dieser Pflegequalität ist bis heute ein ungelöstes Problem. Um Pflegequalität erfassen zu können, rücken derzeit Ansätze von Ergebnisqualitätsmessungen in den Mittelpunkt. Als ein wesentlicher Indikator für die Ergebnisqualität wird vor allem die subjektive Darstellung der Lebensqualität von Bewohnern gesehen. Die Ziele dieser Arbeit sind sowohl die Gegenüberstellung von Prozess- und Ergebnisqualität, als auch die Entwicklung von Empfehlungen für ausgewählte Problemfelder im pflegerischen Bereich, welche die Lebensqualität der Bewohner verbessern können.
Die Grundlage für die Gegenüberstellung bildet auf der Seite der Prozessqualität die Analyse der konzeptuellen Pflegemodelle und auf der Seite der Ergebnisqualität die Analyse der subjektiv empfundenen Lebensqualität der Bewohner.
Um das zweite Ziel erreichen zu können, ist es nicht nur notwendig, die Dimensionen der subjektiv empfundenen Lebensqualität mit den konzeptuellen Pflegemodellen abzugleichen, sondern auch auf dem Wege der Quantifizierung ein Abbild der Lebensqualität der Bewohnerschaft zu gewinnen.

Methodik und Zugang zu den Untersuchungsteilnehmern

Zur Bearbeitung der Fragestellungen erfolgt eine Methodentriangulation aus qualitativen Interviews und teilnehmender Beobachtung. Die Auswertung erfolgt nach dem rekonstruktiven Ansatz von Bohnsack. Um ein differenziertes Abbild von Lebensqualität erfassen zu können, schließt sich eine quantitative Befragung in größerem Umfang an.

Das Dissertationsvorhaben ist im Rahmen des Projektes „Lebenswelt Pflegeheim – Konzeptualisierung, Messung und Analyse von Lebensqualität in der stationären Pflege“, als eigenständiger Teil eingebettet. Das Projekt sieht zur Erfassung der Lebensqualität von Pflegeheimbewohnern die Adaptierung des Fragebogens FLQM (Fragebogen zur Lebensqualität multimorbider älterer Menschen ohne Einschränkung der kognitiven Funktion) an die Heimbedingungen vor. Der Feldzugang erfolgt in Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband LV Berlin e.V. in neun Heimen.

Betreuung

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Charité - Universitätsmedizin Berlin
Dr. Liane Schenk, Charité - Universitätsmedizin Berlin
Dr. Martin Holzhausen, Charité - Universitätsmedizin Berlin
 

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Möglichkeiten und Grenzen der neuropsychologischer Frühdiagnostik leichter kognitiver Beeinträchtigungen (Arbeitstitel)

Nina Bucholtz, Dipl.-Psych.
 

Hintergrund und Fragestellung

Demenzen gehören zu den häufigsten und folgenreichsten Erkrankungen des höheren Alters und sind mit vielen Ängsten und Sorgen verbunden. Präventive und therapeutische Maßnahmen können das Fortschreiten kognitiver Beeinträchtigungen und die damit verbundene Belastung und Pflegebedürftigkeit jedoch verzögern. Unter der Annahme, dass einer manifesten Demenz ein Stadium leichter kognitiver Beeinträchtigung bzw. Mild Cognitive Impairment (MCI) vorausgeht, ist eine frühzeitige Diagnostik Defizite von besonderer Bedeutung.  In der klinischen Praxis zeigen sich jedoch verschiedene Probleme und Unsicherheiten bezüglich der Diagnostik und Behandlung von MCI. Zum einen haben sich kognitive Screeninginstrumente als ungeeignet zur Erkennung von MCI herausgestellt.  Studien, die einen umfassenden Vergleich verschiedener Verfahren unter Berücksichtigung beeinflussender Variablen anstellen, sind jedoch nicht bekannt. Zum anderen stellen leichte kognitive Beeinträchtigungen zwar ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Demenz dar, der Verlauf ist bisher aber nur ungenügend vorhersagbar. Zudem gibt es bisher keine evidenzbasierten Maßnahmen zur Risikoreduktion eines Übergangs von MCI zu Demenz. Vor diesem Hintergrund ist daher bisher ungeklärt, ob eine Frühdiagnostik leichter kognitiver Beeinträchtigungen generell gefordert werden sollte. Dabei ist zunächst zu berücksichtigen, dass kognitive Tests von den Patienten als sehr unangenehm empfunden werden können, da sie unmittelbar mit ihren Defiziten konfrontiert werden. Studien, die das subjektive Erleben der neuropsychologischen Untersuchungssituation betrachten, sind jedoch nicht bekannt. Darüber hinaus ist zu klären, ob eine generelle Frühdiagnostik von den Betroffenen überhaupt gewünscht wird.
Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen des Forschungsvorhabens zum einen die diagnostische Güte verschiedener Screeningmöglichkeiten zur Erkennung leichter kognitiver Beeinträchtigungen verglichen und der Einfluss soziodemographischer Variablen auf die Güte der Verfahren analysiert. Darüber hinaus geht das Vorhaben der Frage nach, wie eine frühzeitige Diagnostik leichter kognitiver Beeinträchtigungen aus Sicht der Betroffenen bewertet wird. Aus diesen Bemühungen sollen bessere diagnostische Möglichkeiten und Handlungsanweisungen zur Frühdiagnostik von Demenz resultieren.

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmer/innen

Das Vorhaben wird im Rahmen des medizinischen Teils der Berliner Altersstudie II (BASE-II) durchgeführt, in der 1600 Studienteilnehmer/innen im Alter von 60 Jahren und älter untersucht werden. Neben gängigen Screeningverfahren (MMST, DemTect, Uhr-Ergänzungstest) bearbeiten alle Teilnehmer die Aufgaben der CERAD-Plus Testbatterie, die als Referenz zur Diagnosestellung eines MCI bzw. einer Demenz dient. Zusätzlich werden Alter, Geschlecht und Ausbildungshintergrund der Proband/innen erfragt. Eine Teilstichprobe soll zudem anhand eines halbstrukturierten Interviewleitfadens zur Einstellung und Akzeptanz neuropsychologischer Untersuchungen befragt werden.

Betreuung

Prof. Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen
 

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Lebensstiländerungen bei Multimorbidität im Alter:
Intervention zur Förderung von Selbstregulationsprozessen bei krankengymnastischen Übungen und Fitnesstraining

Paul Gellert, Dipl.-Psych.
 

Hintergrund und Fragestellungen

Dieses Thema dient der Erforschung von motivationalen und volitionalen Prozessen, die angesichts von Erkrankungen erschwert sind. Praktisch gesprochen geht es darum, wie Ältere unter erschwerten Bedingungen ihren „inneren Schweinehund überwinden“, um subjektiv bedeutsame Gesundheitsziele zu verfolgen, insbesondere die körperliche Aktivität (vor allem krankengymnastische Übungen). Die Unterlassung von krankengymnastischen Übungen wird von den Patienten oft damit begründet, dass sie sich nicht wohl genug fühlen, um anstrengende Bewegung auf sich zu nehmen. Dies gilt insbesondere bei rheumatischer Arthritis. Dagegen steht das Wissen, dass gerade unter solchen erschwerten Umständen eine Selbstüberwindung zur Aktivität medizinisch erforderlich ist. Die Gesundheitspsychologie hat heute einen Erkenntnisstand erreicht, der es erlaubt, solche psychischen Vorgänge nicht nur zu analysieren, sondern auch wirksam zu beeinflussen. Mit diesen Fragestellungen soll die geplante Dissertation das laufende Projekt PREFER im Forschungsverbund AMA ergänzen, wobei auf Ressourcen zurückgegriffen werden kann, die die Machbarkeit des Dissertationsprojektes gewährleisten.

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmer/innen

Es wird ein randomisiertes Kontrollgruppendesign mit 80 TeilnehmerInnen spezifiziert, in dem die Interventionsgruppe lernen soll, sich zielgerecht im Hinblick auf krankengymnastische Übungen und Fitness zu regulieren, während die Kontrollgruppe eine allgemeine Gesundheitsberatung erhält (standard care). Durch mehrere Follow-ups soll die Wirkung des Treatments evaluiert werden. Die damit gewonnenen Erkenntnisse sollen zu einem standardisierten Beratungspaket führen, welches auf größere Populationen von älteren Menschen mit Multimorbidität übertragbar ist. Der Zugang zu UntersuchungsteilnehmerInnen wird über die Kooperation im laufenden AMA-Projekt PREFER gewährleistet. Es handelt sich um eine Pilotstudie, mit der die zweite Förderungsperiode von PREFER vorbereitet werden soll.

Betreuung

Prof. Dr. Ralf Schwarzer, FU Berlin, Institut für Gesundheitspsychologie
Dr. Jochen Ziegelmann, FU Berlin, Institut für Gesundheitspsychologie
 

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Guter Schlaf – Subjektive Konzepte und Erfahrungen von Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohnern

Wolfram Herrmann, Arzt
 

Hintergrund und Fragestellungen

Schlaf und Schlafstörungen im Pflegeheim sind nicht nur ein organisatorisches Problem, sondern auch ein substantieller Bestandteil der Lebenswelt und Erfahrungsweise der Bewohnerinnen und Bewohner selbst. Was verstehen Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohner unter gutem Schlaf, wie ist ihr Erleben diesbezüglich im Heimalltag, welche Einflussfaktoren nehmen sie als hinderlich und welche als förderlich wahr in Bezug auf den eigenen Schlaf und die eigene Schlafqualität? Wie gehen sie selber mit diesem Thema um, was tun sie bei Schlafstörungen? Mit diesen Fragestellungen soll die geplante Dissertation die Seite der Betroffenen zum laufenden Projekt INSOMNIA im Forschungsverbund AMA als eigenständiger Bereich ergänzen. Dabei ist eine spezielle Fragestellung, ob sich geschlechtsspezifische Unterschiede feststellen lassen. Die Ergebnisse der Studie sollen die Professionellen-Patienten-Interaktion verbessern und darüber hinaus dazu dienen Verhältnisinterventionen auf ihre Relevanz für die Betroffenen zu bewerten.

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmer/innen

In dieser Studie sollen episodische Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern in stationären Pflegeeinrichtungen geführt und analysiert werden und mit Schlaftagebüchern, die von den Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohnern eine Woche lang geführt werden, trianguliert. Dabei sollen ca. 30 Fälle einbezogen werden. Der Zugang zu UntersuchungsteilnehmerInnen wird über die Kooperation im laufenden AMA-Projekt INSOMNIA gewährleistet.

Betreuung

Prof. Dr. Uwe Flick, Alice Salomon Hochschule Berlin
Prof. Dr. Peter Martus, Charité - Universitätsmedizin Berlin
 

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Entwicklung eines Ressourcenkonzeptes zur Bewegungs- und Autonomieförderung von Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen – Implikationen für die Praxis

Sonja Kalinowski, Physiotherapeutin, Dipl.-Sportwissenschaftlerin
 

Hintergrund und Fragestellung

Mehrfacherkrankungen im Alter führen häufig – insbesondere in Kombination mit Schmerz – zur Beeinträchtigung situationsbezogener motorischer Funktionen in alltagsrelevanten Situationen (sog. Bewegungshandlungen), welche eine Grundvoraussetzung für die Autonomie des Einzelnen darstellen. Bei einer lückenhaften Heimversorgung, wie etwa durch mangelnde Kompensation beeinträchtigter motorischer Funktionen und ungenügender Förderung von Bewegung, kann ein Autonomieverlust von HeimbewohnerInnen nicht verhindert werden.
Das Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit der zentralen Frage, welche Ressourcen, die im Hinblick auf Bewegungshandlungen bedeutsam sind, bei gegebener Versorgungssituation der Erhaltung und Förderung der Autonomie von HeimbewohnerInnen dienen können. Dies setzt eine differenzierte Erhebung situationsbezogener motorischer Funktionen unter Einbeziehung des sozialen und räumlich-institutionellen Umfeldes sowie individueller Faktoren der HeimbewohnerInnen voraus. Im Forschungsinteresse stehen damit sowohl Aspekte der Heimumgebung bzw. -versorgung und individuelle Faktoren der Bewohner (physische, psychische und sozio-ökonomische Gesichtspunkte), als auch Interventionen durch Health-Professionals, wie durch Physio-  sowie Ergotherapeuten und Pflegefachkräfte. Die Fragestellung ergänzt als eigenständiger Teil das Projekt „Pain and Autonomy in the Nursing Home (PAiN)“ im Forschungsverbund „Autonomie trotz Multimorbidität im Alter“ (AMA).
Als Ergebnis der Studie wird eine umfassende Charakterisierung der für die Bewegung bedeutsamen Ressourcen im Setting Pflegeheim erwartet. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für das übergeordnete Forschungsziel dieser Dissertation bilden: Die Entwicklung eines Ressourcenkonzeptes zur Bewegungs- und Autonomieförderung mit klaren Handlungsempfehlungen für die Praxis pflegerischer und therapeutischer Interventionen sowie für strukturelle Maßnahmen in der sozialen und räumlich-technischen Umwelt.

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmer/innen

Die Querschnitterhebung im Projekt „PAIN“ umfasst eine Befragung und entsprechende psychologische sowie physische Assessments von Heimbewohnern. Darüber hinaus erfolgt eine Analyse der im Heim vorhandenen Dokumentation und der institutionellen Rahmenbedingungen. Diese Erhebungen werden durch spezifische Performance-Testverfahren zur Bewertung situationsbezogener motorischer Funktionsfähigkeiten ergänzt.

Betreuung

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Charité - Universitätsmedizin Berlin
Dr. Dagmar Dräger, Charité - Universitätsmedizin Berlin
 

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Alter(n)sbilder von Repräsentant/innen bei Gesundheits- und Sozialdiensten über das Alter(n) und die Bedarfe unterschiedlicher Gruppen älterer Migrant/innen (Arbeitstitel)

Meggi Khan-Zvornicanin, Krankenschwester, Dipl.-Pflegepädagogin
 

Hintergrund und Fragestellungen

Deutschland wird immer ‚grauer’. Die demografisch alternde Bevölkerung wird jedoch auch zunehmend ‚bunter’, d.h., sie wird herkunftsheterogener. Derzeit bilden Migrantinnen und Migranten, die über 60 Jahre alt sind, eine der Bevölkerungsgruppen mit den höchsten Zuwachsraten.

In der Studie soll der Frage nach der Anschlussfähigkeit ambulanter Gesundheits- und Sozialdienste an die sozialen, lebensweltlichen und gesundheitlichen Bedarfe dieser Zielgruppe im Hinblick auf Möglichkeiten des Autonomieerhalts bei Multimorbidität nachgegangen werden. Gleichzeitig zielt die Untersuchung darauf ab, Aspekte der (Re-)Produktion sozialer Ungleichheit in der gesundheitlichen Versorgung zu erfassen und hiermit verbundene Wirkungsmechanismen sichtbar zu machen.

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmer/innen

Auf der Grundlage von Interviewtexten werden Alter(n)sbilder, an denen Professionelle ihr berufliches Handeln ausrichten, rekonstruiert und anhand von Sekundärliteratur mit Vorstellungen und Wünschen von Migrant/innen über das eigene Alter(n) verglichen bzw. auf gegenseitige Passungen geprüft. Anschließend wird der gesellschaftshistorische Kontext, aus dem die Vorstellungen und Leitbilder der Professionellen über das Alter(n) ihrer (potenziellen) Klientel erwachsen, in den Blick genommen. Hierzu wird das Interviewmaterial mittels Metaphernanalyse auf kollektive Orientierungsmuster bzw. Schnittstellen und Verflechtungen mit dominanten konstituierenden Diskursen hin analysiert.

Betreuung

Prof. Dr. Dieter Kleiber, Freie Universität Berlin (FU – Berlin)
Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Dr. Susanne Kümpers, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
 

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Fördernde und hemmende Faktoren für die Inanspruchnahme von Wohnraumanpassung und Wohnberatung aus ergotherapeutischer Perspektive

Tobias Kraft, Dipl.-Ergotherapeut
 

Hintergrund und Fragestellungen

Wohnraumanpassung und Wohnberatung stellen eine wichtige Säule des Entlassungsmanagements in der voll – und teilstationären geriatrischen Versorgung dar. Angesichts des demographischen Wandels und des prognostizierten Mangels an seniorengerechtem Wohnraum ist Wohnraumanpassung eine Maßnahme, die zukünftig in allen Bereichen der Prävention an Bedeutung gewinnen wird.  Das Procedere bei Maßnahmen der Wohnraumanpassung ist vielfaltig und sehr individuell auf die Belange der Zielgruppe ausgerichtet. Wohnraumanpassung und Hilfsmittelversorgung greifen dabei ineinander und bedingen sich oft gegenseitig. Die Vielfalt individueller Lösungen in der Wohnraumanpassung kann nicht nach dem „ one fits all“ –Prinzip angewendet werden. Eine zugehende Beratung mittels eines diagnostischen Hausbesuchs kann von Ergotherapeuten des geriatrischen Teams oft nicht mehr in dem Maße angeboten werden, wie es als notwendig erachtet wird. Nicht zuletzt auch wegen fehlender bundeseinheitlicher Regelungen und unterschiedlichen Fördermöglichkeiten ist die Inanspruchnahme von Wohnraumanpassungsmaßnahmen  davon abhängig, inwieweit die Betroffenen diesbezüglich beraten und im Prozess begleitet werden. Die Veränderungen im Krankenhausfinanzierungssystem haben die Situation in den letzten Jahren weiter verschärft. Das Dissertationsvorhaben untersucht, inwieweit fördernde und hemmende Faktoren die Inanspruchnahme  von Wohnraumanpassung nach der Entlassung aus dem Evangelischen Geriatriezentrum Berlin beeinflussen.

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmern

Das Studienvorhaben ist in mehrere Teilprojekte unterteilt. In einem ersten Schritt werden anhand des Rehadoc-Datensatzes des Evangelischen Geriatriezentrums Berlin retrospektive Sekundärdatenanalysen vorgenommen, um die Veränderungen im Angebotsspektrum der stationär tätigen Ergotherapeuten im Verlauf der letzten 15 Jahre zu beschreiben und mögliche Ansatzpunkte für eine Verbesserung auf Struktur- und Prozessebene aufzuzeigen.
Das zweite Teilprojekt untersucht die fördernden und hemmenden Faktoren, die im Prozess einer Wohnraumanpassung auftreten können. Dies geschieht anhand einer Befragung von Patienten (n=100) des Evangelischen Geriatriezentrums Berlin, die im Rahmen ihres Krankenhausaufenthalts eine schriftliche Empfehlung zur ambulanten Wohnraumanpassung erhalten haben. Die quantitative Untersuchung des Inanspruchnahmeverhaltens dient der Evaluation des Empfehlungsschreibens. Zuletzt soll die Untersuchung durch leitfadengestützte Interviews mit den Studienteilnehmern ergänzt werden, um die internalen und externalen Gründe, die zu einer Nutzung bzw. Nichtnutzung von Wohnraumanpassung bzw. Wohnberatung geführt haben, näher zu ergründen.

Betreuung

Prof. Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen
Dr . med. Rahel Eckardt
 

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Ambulante therapeutische Versorgung von Schlaganfallpatienten in der nachrehabilitativen Phase

 Dirk Peschke, M. Sc. Phys.
 

Hintergrund und Fragestellung

Der Schlaganfall ist der Prototyp einer chronischen Erkrankung, deren Hauptlast in der ambulanten Versorgung liegt. Über die Qualität der Versorgung in dieser Nachsorgephase ist wenig bekannt. Die Versorgung von Schlaganfallpatienten ist nicht Angelegenheit einer einzelnen Berufsgruppe, sondern ein komplexes, arbeitsteiliges Unterfangen. Die dabei auftretenden Prozessabläufe und Schnittstellenprobleme bedürfen der genaueren Analyse, um eine gute Kooperation der professionellen Versorger sicherzustellen und die Qualität der ambulanten Versorgung von Schlaganfallpatienten zu verbessern.
In der häuslichen Umgebung tritt  eine qualitativ neue Phase der Krankheitsbewältigung ein: Es müssen spezifische, auf den Alltag zugeschnittene adaptive Bewältigungsressourcen entwickelt werden, die von der Anpassung der Wohnung bis zur Schulung der pflegenden Angehörigen oder Beratung zur Teilnahme an Selbsthilfegruppen reichen können. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Weiterbetreuung unter Einbeziehung des Hausarztes und die ambulante Fortführung rehabilitativer Therapien.
Fragestellung des Promotionsvorhabens ist die Identifikation, Beschreibung und Einschätzung von therapeutischen Versorgungsverläufen in der postrehabilitativen Phase von Schlaganfallpatienten und die Ermittlung von Einflussfaktoren, die den rehabilitativen Behandlungserfolg stabilisieren bzw. fördern.

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmer/innen

Die Bearbeitung der Fragestellung ist im Rahmen des Projektes „Alltagskompetenz und subjektive Gesundheit bei Schlaganfallpatienten in der post-rehabilitativen Versorgung“ vorgesehen. Das Projekt ist als prospektive Längsschnittstudie im Projektverbund des Centrum für Schlaganfallforschung der Charite Berlin angelegt. (http://www.charite.de/ch/neuro/CSB/). Die Probanden werden jeweils ein Jahr hinweg zum Zeitpunkt t0 (Entlassung aus der Rehabilitation), t1 (3 Monate nach der Entlassung), t2 (6 Monate nach der Entlassung) und t3 (12 Monate nach der Entlassung) befragt. Diese Erhebung kann im begrenzten Rahmen durch spezifische Aspekte ergänzt werden, um die Fragestellung der Dissertation zu beantworten. Es ist möglich, sich auf zwei Erhebungszeitpunkte zu konzentrieren.
Kenntnisse quantitativer Erhebungs- und Auswertungsmethoden sind Voraussetzung für die Bearbeitung des Promotionsvorhabens.

Literatur

Barzel, Eisele, van den Bussche (2008) Die ambulante Versorgung von Schlaganfallpatienten aus Sicht von Hamburger Hausärzten – eine explorative Studie, Gesundheitswesen 70: 170– 175
Lalu (2003) Veränderungen der Lebensqualität geriatrischer Schlaganfallpatienten im ersten Jahr nach der Rehabilitation, Z Gerontol Geriat 36:484–491

Betreuung

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Charité Universitätsmedizin Berlin
Dr. Liane Schenk, Charité Universitätsmedizin Berlin
 

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Betätigungen von Pflegeheimbewohner/innen mit Demenz aus der Betroffenen- und Professionellenperspektive

Katharina Röse
Ergotherapeutin (B.Sc.) / Management und Qualitätsentwicklung im Gesundheitswesen (M.Sc.)
 

Hintergrund und Fragestellung

Individuell bedeutungsvolle Betätigungen einer Person sind ein menschliches Grundbedürfnis. Sie haben einen therapeutischen Effekt und eine positive Wirkung auf Wohlbefinden, soziale Teilhabe und Gesundheit (Claudiana 2007; Baum, Christiansen 1997). Im Alter können die Betätigungsmuster eines Menschen u. a. durch Multimorbidität und Pflegeabhängigkeit sowie durch den Umzug in ein Pflegeheim beeinflusst werden (Pöltl 2006; Marotzki 2009). Insbesondere Pflegeheimbewohner/innen mit Demenz und rezeptiven und expressiven Sprachstörungen zeigen vermehrt ein reduziertes Betätigungsverhalten und eine verminderte soziale Teilhabe (Schäufele et al. 2007). Im Bereich der Unterstützung der Betätigungen von Pflegeheimbewohner/innen besteht eine Schnittmenge der beruflichen Handlungsmuster von Ergotherapie, Pflege und Betreuungsassistenz (Hutfilz et al. 2005; Ernst-Tijero 2010). Professionelle Betätigungsangebote für Pflegeheimbewohner/innen berücksichtigen bislang zu wenig die individuellen Bedeutungen und Fähigkeiten der Bewohner/innen (Miklautz 2006; Van´t Leven, Jonsson 2002; Holthe et al. 2007; Raber et al. 2010).
Im Rahmen der Dissertation wird das Betätigungsverhalten von Pflegeheimbewohner/innen mit Demenz und eingeschränkter Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit sowie deren professionellen Unterstützungsmöglichkeiten aus der Betroffenen- und Professionellenperspektive untersucht. Das Ziel ist einerseits, die Muster des Betätigungsverhalten von Pflegeheimbewohner/innen zu ermitteln und andererseits die Schnittmengen und Unterschiede der ergotherapeutischen, pflegerischen und betreuungsassistentischen Handlungsmuster zur Ermöglichung des Betätigungsverhaltens von Pflegeheimbewohner/innen zu identifizieren.
 

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmer/innen

Da dieses Forschungsvorhaben auf die Rekonstruktion subjektiver Sichtweisen und auf das Identifizieren von Handlungsmustern abzielt, die sich nur mit einem offenen Verfahren erschließen lassen (Schaarschuch, Oelerich 2005; Flick 2010), wird ein qualitatives Vorgehen gewählt.
Den sensibilisierenden theoretischen Rahmen bildet das „Model of Human Occupation“ (MOHO) (Kielhofner 2008), ein ergotherapeutisches konzeptionelles Praxismodell welches eine umfassende Theorie für die Bedingungsfaktoren der menschlichen Betätigung bietet (Reuster et al. 2008).
In das Sample werden Pflegeheimbewohner/innen mit Demenz im mittleren und späten Stadium, Ergotherapeut/innen, Pflegefachkräfte und Betreuungsassistent/innen in sechs Pflegeheimen mit unterschiedlichen Wohnkonzeptionen für Personen mit Demenz einbezogen. Um die vielfältigen Aspekte des zu untersuchenden Phänomens zu berücksichtigen, erfolgt eine Methodentriangulation aus episodischen Interviews (Flick 2010), Ethnographie (Thomas 2010) und ergotherapeutischen betätigungsorientierten Assessments des MOHO. Als Auswertungsstrategien dienen das thematische Kodieren, Fallbeschreibungen und das Verfahren der Typenbildung (Kelle, Kluge 2010). Dieses Vorgehen ermöglicht ein systematisches Gegenüberstellen sowie Vergleichen und folglich eine Triangulation der Perspektiven (Flick 2010).
Aus den Ergebnissen der Untersuchung sollen Handlungsempfehlungen für die interdisziplinäre Berufspraxis herausgearbeitet werden, die bewohnerorientierte und betätigungsbefähigende Arbeitsbündnisse zwischen Pflegeheimbewohner/innen und Professionellen unterstützen und dabei sowohl die Perspektive der Betroffenen als auch die der Professionellen berücksichtigen.
 

Betreuung

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Charité Universitätsmedizin Berlin
Prof. Dr. Uwe Flick, Alice Salomon Hochschule Berlin
 

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Primärprävention für das höhere Lebensalter – Milieuspezifische Wohnstrategien und Umzugsentscheidung älterer Frauen und Männer

Andrea Teti, MTA, Dipl.-Soz.
 

Hintergrund und Fragestellungen

Soziale Ungleichheit und milieuspezifische Verhaltensmuster sind wichtige Prädiktoren für gesundheitliche Ungleichheit. Vor allem im höheren Lebensalter kumulieren ungleiche gesundheitsbezogene Risikokonstellationen. Zu den alterspezifischen Risiken zählen in erheblichem Maße die mit der Wohnsituation verbundenen Gefährdungen, da sich mit fortschreitendem Alter der Aktivitätsradius des/r Einzelnen stark auf das Wohnumfeld einschränkt. Schlechte Wohnbedingungen wirken sich dabei potenziell nicht nur physisch (Unfall- und Verletzungsrisiken), sondern auch psychisch (Depression und Angstzustände) und sozial (Isolation) aus und bergen vor allem eine erhöhte Institutionalisierungsgefahr. Letzteres ist nicht nur aus der Betroffenenperspektive sondern auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht von hoher Relevanz. Die Versorgung von Hochbetagten (>85 J.) in Pflegeeinrichtungen verursacht in Deutschland knapp 5% (11,4 Mrd. €) der jährlichen Krankheitskosten. Aus diesen Gründen können Umzugsentscheidungen im Bereich des Privatwohnens (»from Home to Home«) sowohl als Beitrag zur Kostenreduzierung als auch als Möglichkeit zur individuellen proaktiven Optimierung der Person - Umweltpassung verstanden werden. Diese Studie zielt auf eine Analyse von milieuspezifischen Unterschieden von Umzugsentscheidungen versus Wohnimmobilität mit Blick auf das höhere Lebensalter. Umzugsentscheidungen können dabei als primärpräventives Handeln zugunsten altersgerechter Wohnumwelten zum Erhalt von Autonomie und Lebensqualität betrachtet werden. Im Zuge der Frage, welche Faktoren die Umzugsentscheidung »from Home to Home« im Sinne eines primärpräventiven Handelns beeinflussen, sollen Umzugsbereitschaft versus Wohnimmobilität in Hinblick auf Geschlechts-, Alters- und Milieuspezifität untersucht werden.

Methodik und Studiendesign

Mittels quantitativer Befragung/Quasi-Experiment wird die Bereitschaft zum Umzug erhoben, Bezug nehmend auf räumliche Aspekte, wie Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Wohnung, Vorwegnahme gesundheitlicher Einschränkungen und die soziale Integration. Für die systematische Untersuchung wird eine quantitative Befragung zu soziodemografischen Daten und Milieuzugehörigkeit mit einem quasiexperimentellen Studiendesign mittels faktoriellen Surveys (Vignettenanalyse) kombiniert.
Das Vignettendesign konfrontiert die Befragten prospektiv mit einer hypothetischen Umzugsentscheidung. Die vorgelegten Vignetten weisen Kombinationen von relevanten Einflussfaktoren der Umzugsentscheidung auf, deren Ausprägungen experimentell variiert werden. Der geplante Feldzugang sieht die Ziehung einer Zufallsstichprobe aus einem der 44 Einwohnermelderegister Berlins vor. Dabei wird eine Teilnehmerzahl von N=126 angestrebt. Die Auswertung der Daten wird über multifaktorielle Varianzanalyse (ANOVA) erfolgen.

Erwartete Ergebnisse

Es wird erwartet, dass Umzugsentscheidungen im Sinne primärpräventiven Handelns deutliche Analogien zu den bekannten milieuspezifischen gesundheitsrelevanten Einstellungs- und Verhaltensmustern aufweisen. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Aufdecken schicht- und lebensstilspezifischer Gegenwarts- vs. Zukunftsorientierungen in der Wohnentscheidung (vgl. »Habitus-Begriff« in Bourdieu, 1982). Die Studie leistet damit einen empirischen Beitrag im Feld der bisher vernachlässigten Wohnforschung mit Blick auf den Zusammenhang von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit.

Diskussion

Trotz eingeschränkter Repräsentativität aufgrund der kleinen Fallzahl kann diese explorative Studie zu einer verhältnispräventiven Charakterisierung von Umzugsbereitschaft im Hinblick auf ökologische Risikokonstellationen beitragen. Die damit verbundene Identifizierung von Interventionsbedarf kann zudem Impulse zur Etablierung von Umzugsberatung und –management für eine autonomiefördernde Gestaltung der Wohnsituation im Alter geben.

Betreuung

Dr. Stefan Blüher, Institut für Medizinische Soziologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
PD Dr. Nina Knoll, Institut für Medizinische Psychologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
 

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Autonomie im Pflegeheim -
Untersuchung von Selbstbestimmung und Handlungsfähigkeit von Menschen mit unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten

Ines Wulff, Krankenschwester, Dipl.-Pflegewirtin (FH)
 

Hintergrund und Fragestellung

Autonomie wird in der Literatur aus medizinethischer und sozio-gerontologischer Sicht vielseitig interpretiert. Zentrale Aspekte stellen sowohl Selbstbestimmung und Selbstständigkeit als auch das Recht auf und die Anerkennung von Autonomie dar. Es wird davon ausgegangen, dass Autonomie erst in der Interaktion verschiedener Akteure im Sinne eines Interpretations- und Aushandlungsprozesses entsteht.
Erhalt und Förderung von Selbstständigkeit und Selbstbestimmung spielen im Rahmen einer optimalen bewohnerinnenorientierten Versorgungsqualität eine wesentliche Rolle. Jedoch sind die unterschiedlichen Bedarfe und Bedürfnisse weder hinreichend identifiziert noch entsprechend berücksichtigt. Obwohl für ältere Menschen die Erhaltung und Stärkung ihrer Autonomie und gesundheitlichen Ressourcen im Mittelpunkt steht, ist von einer unzureichenden Begriffsbestimmung von Autonomie aus ihrer Sicht - d.h. aus der Perspektive der Betroffenen - auszugehen.
Vor diesem Hintergrund liegt das Forschungsinteresse in der Analyse von Autonomie von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, theoretisch zu klären, was Autonomie pflegebedürftiger Menschen in Pflegeheimen überhaupt bedeuten kann, Indikatoren für die Darstellung und Messung von Autonomie zu identifizieren und mittels einer explorativ/qualitativ ausgerichteten Beobachtungsstudie diese Kriterien im Heimalltag zu überprüfen.
Die Forschungsergebnisse sollen im Hinblick auf die wissenschaftspolitischen Förderziele einen Beitrag zur Erhaltung und Stärkung der Autonomie im Alter leisten. Sie können dazu beitragen, insbesondere Erkenntnisse über eine ansonsten als nur schwer zugänglich geltende Zielgruppe im Hinblick auf Selbstbestimmung und Selbstständigkeit zu liefern.

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmenden

Als eigenständiges Teilprojekt ist das Dissertationsvorhaben an die PAiN-Studie („Autonomie trotz Schmerz - Schmerzgeschehen und Schmerzmedikation bei Pflegeheimbewohnern“) im Verbundprojekt „AMA - Autonomie trotz Multimorbidität im Alter“ (www.ama-consortium.de) angegliedert.
Im Rahmen einer Primärdatenerhebung des PAiN-Projektes wird bei ca. 350 statistisch zufällig ausgewählten Pflegeheimbewohnern und -bewohnerinnen in Berlin/ Brandenburg einerseits die subjektiv wahrgenommene Autonomie der Bewohnerinnen und Bewohner ohne bzw. mit leichter Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten mittels der Hertz Perceived Enactment of Autonomy Scale (HPEAS) erfasst.
Andererseits wird der Grad der Selbstbestimmung von Bewohnerinnen und -bewohnern mit (schweren) kognitiven Einschränkungen bzw. dementiellen Erkrankungen anhand von zuvor theoretisch entwickelten Indikatoren im Rahmen einer Beobachtungsstudie untersucht. Die Population für die Beobachtungsstudie setzt sich zusammen aus 16-20 dauerhaft im Heim lebenden Männern und Frauen ab einem Alter von 65 Jahren mit Einschränkungen kognitiver Fähigkeiten, die im Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung stehen.
Im Rahmen des Forschungsprogrammes des Graduiertenkollegs bezieht sich die Dissertation in erster Linie auf den Forschungsschwerpunkt „Betroffenenperspektive“.

Betreuung

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Charité - Universitätsmedizin Berlin
Dr. Dagmar Dräger, Charité - Universitätsmedizin Berlin
 

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Autonomie in der Pflege. Eine qualitative Interviewstudie zur Situation alter Menschen mit Pflegebedarf

Michael Zander, Dipl.-Psych.
 

Hintergrund und Fragestellungen

Die Vorstellung, aus Hilfsbedürftigkeit im Alter folge mit zwingender Notwendigkeit eine fremdbestimmte Unterordnung unter ein Pflegearrangement, ist im Alltagsdenken derart fest verankert, dass sie kaum als problematisch wahrgenommen wird. Erst in den letzten Jahren setzt sich allmählich die Einsicht durch, dass auch pflegebedürftige Menschen Wünsche und Rechte haben, Autonomie im Alltag zu praktizieren. In der Gerontologie wird Autonomie unterschiedlich konzeptualisiert. Ein wichtiger Diskussionsstrang bezieht sich auf bereits vorliegende Ansätze und Erfahrungen der disability studies; im Zentrum stehen hier die Begriffe der „Assistenz“ und des „social model of disability“ (Barnes 1997; Behrens & Zimmermann 2006; Oldman 2002; Priestley 2006; Putnam 2002; Zander 2009).
Die Chancen auf Autonomieerhalt, so wird angenommen, sind wesentlich durch finanzielle, kulturelle und soziale Ressourcen („Kapitalsorten“ im Sinne Bourdieus) bestimmt, über welche die Individuen verfügen können. Es ist bekannt, dass zwischen sozialer Lage und Gesundheit bzw. Krankheit ein enger Zusammenhang besteht. Dies gilt auch für den Pflegebereich und betrifft sowohl den Zugang zu privaten und öffentlichen Leistungen als auch die Art und Weise, in der über selbige verfügt werden kann (Bauer & Büscher 2007; Heusinger & Klünder 2005). Weiterhin klärungsbedürftig ist, wie dieser Zusammenhang analysiert werden kann und wie er sich aus der jeweils milieuspezifischen Perspektive der Betroffenen, hier der Pflegebedürftigen darstellt. Im vorliegenden Promotionsvorhaben soll der Zusammenhang von Wünschen nach Autonomie, Pflegebedürftigkeit und sozialer Lage unter anderem am Beispiel von Sturzereignissen nachgezeichnet werden. Sturzereignisse stellen für Menschen im Alter ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar (Homolová & Roth 2004: Ärztekammer Nordrhein 2006). Schicht- und milieuspezifische Faktoren spielen sowohl bei den Risiken als auch bei den Folgen von Stürzen eine Rolle (Keskingolu et al. 2008; Bacon & Wilbur 2000; Ball et al. 2008).
Vor diesem Hintergrund wurden folgende Forschungsfragen entwickelt:
1. Wie thematisieren pflegebedürftige Menschen Fremdbestimmung bzw. Autonomie in Pflegearrangements? Welche Rolle spielen dabei milieuspezifische Ressourcen und Haltungen?
2. Inwiefern eignen sich bestimmte soziologische und psychologische Begriffe und Konzepte für die theoretische Analyse der genannten Problematik: „Kapitalsorten“ im Sinne Bourdieus und „Milieus“ im Sinne Vesters für die Charakterisierung sozialer Lagen; das „social model of disability“ zur Identifizierung von Fremdbestimmung und Autonomie bei Pflegebedarf; Habitus (Bourdieu), Kontrollüberzeugungen (Rotter), Selbstwirksamkeit (Bandura), Kohärenzgefühl (Antonovsky) und Handlungsfähigkeit (Holzkamp) für die Analyse der subjektiven Verarbeitungsweisen?

Methodik und Zugang zu Untersuchungsteilnehmer/innen

Zur Beantwortung der empirischen Fragen werden 20 qualitative Leitfadeninterviews mit 60jährigen und älteren Pflegebedürftigen in Berlin durchgeführt und mit Hilfe eines unter theoretischen Gesichtspunkten erstellten Kategorienschemas ausgewertet. Es handelt sich um „episodische Interviews“ (Flick 1995), insofern Erfahrungs- und „semantisches Wissen“ bezüglich verschiedener Themen erfragt wird. Dabei gewährleistet der Leitfaden, dass die wichtigsten Themen zur Sprache kommen; zugleich wird den Erzählungen der Befragten Raum gelassen. Mit einem Fragebogen werden sozioökonomische Daten der Lebenslage (Einkommen, Wohnungsgröße, Bildungs- und Berufsbiografie etc.) ermittelt. Um eine möglichst große Fallkontrastierung bzw. Unterschiedlichkeit der sozialen Lagen (benachteiligte und privilegierte Milieus in Anlehnung an Bourdieu und Vester, alleinstehend/ verheiratet, Heimbewohner/ ambulante Pflege) werden zusätzlich Interviews aus dem Projekt „Neighbourhood“ für Sekundäranalysen herangezogen. Außerdem werden im Rahmen des Projekts durch Mitarbeiterinnen des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) seniorenspezifische Angebote in der lokalen Umgebung identifiziert. Dadurch können Interviews daraufhin analysiert werden, ob und wie die Befragten diese Angebote thematisieren und nutzen. Der Zugang zu den Interviewpartnerinnen und –partnern wird durch herzustellende Kontakte zu Beratungsstellen, Pflegestationen, Freizeiteinrichtungen und Wohnheimen vermittelt.

Betreuung

Prof. Dr. Morus Markard, FU Berlin
Prof. Dr. Ulrike Maschewsky-Schneider, Charité/ Berlin School of Public Health
Dr. Josefine Heusinger, Institut für Gerontologische Forschung e.V., Berlin
 
 

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